Gespanntes Grundwasser, bindige Decke: Gründen in Mannheim
In der Mannheimer Rhein-Niederung liegt grundwassererfüllter Kies unter einer bindigen Deckschicht. Wer diese Decke beim Aushub durchstößt, muss mit Wasserdruck von unten rechnen.
MannheimSpezialgründung & Wasserhaltung in Mannheim.
Mannheim liegt eben in der Rheinebene am Zusammenfluss von Rhein und Neckar, auf rund 97 m ü. NHN. Den oberen Lockergesteinskörper bilden Kiese und sandige Kiese bis Mittelsande der Mannheim-Formation, früher Oberes Kieslager genannt, die nach Norden gebietsweise an Mächtigkeit zunimmt. In der Rhein-Niederung werden die Kiese von bindigen Auesedimenten überlagert. Die Mannheim-Formation ist der oberste grundwasserführende Körper, ein Porengrundwasserleiter mit meist hoher Durchlässigkeit.
In der Niederung ist das Grundwasser gebietsweise gespannt bis halbgespannt, die Kiese sind dort bis an die überlagernden Auesedimente mit Wasser gefüllt. Für eine Fundamentgrube ist diese Konstellation entscheidend: Die bindige Decke hält den Wasserdruck zurück, solange sie ausreichend dick bleibt. Wie tief das Grundwasser an einzelnen Grundstücken liegt, ist in den Unterlagen nicht angegeben. Aushubtiefe und Wasserhaltung legen wir daher erst auf Grundlage des Gutachtens fest.
Was den Mannheimer Untergrund prägt
- 01
Bindige Auesedimente als Deckel
Über den Kiesen liegen tonig-schluffige Auesedimente. Sie sind wenig tragfähig, wirken aber als Abdeckung über dem gespannten Wasser; ihr Austausch muss deshalb mit Blick auf den Wasserdruck geplant werden.
- 02
Grundwassererfüllte Kiese
Unter der Decke stehen die Kiese voll Wasser. Reicht die Baugrube bis dorthin, halten wir sie mit einer ausreichend bemessenen offenen Wasserhaltung arbeitsfähig.
- 03
Auftrieb und Sohlsicherheit
Bei hohem Wasserstand wirken Auftrieb auf Bauteile und Druck auf die Grubensohle. Beides prüfen wir mit Gutachter und Tragwerksplanung, bevor wir ausheben.
- 04
Erdbebenzone mit Untergrundklasse S
Nach der Karte der Erdbebenzonen Baden-Württemberg liegt Mannheim in Zone 1 mit Untergrundklasse S für die tiefe Beckenfüllung. Die Einstufung ist am Einzelstandort zu prüfen.
Bei Mannheimer Standorten klären wir zuerst, wie mächtig die bindige Deckschicht ist und ob die Fundamentsohle in die Kiese reicht. Bleibt die Grube in der Decke, tauschen wir weiche Auesedimente nur so weit aus, wie die Sicherheit gegen Aufbruch es zulässt, und bauen ein verdichtetes Polster ein. Reicht sie tiefer, richten wir eine offene Wasserhaltung ein, sichern die Böschungen und lassen den Auftrieb in der Statik berücksichtigen. Nach der Zonenzuordnung gelten Windzone 1 und Schneelastzone 1; maßgeblich ist die Statik des Einzelstandorts.
Spezialgründung & Wasserhaltung.
- Bodenverbesserung und Bodenaustausch
- Gründungspolster lagenweise verdichtet
- Wasserhaltung bei anstehendem Grundwasser
- Fels- und Sonderaushub
- Baugrubensicherung und Böschungssicherung
- Verdichtungsnachweise und Plattendruckversuche
Häufige Fragen zu Mannheim.
Das gespannte Grundwasser drückt dann von unten gegen die Grubensohle. Im ungünstigen Fall bricht sie auf und Wasser mit Boden dringt ein. Wir lassen die zulässige Aushubtiefe deshalb vorab bestimmen.
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